Die Kulturstiftung der NORD/LB

Die NORD/LB Kulturstiftung sieht die Bedeutung von Kunst und Kultur in Themen, die nicht im Fokus des konventionellen Kulturbetriebs stehen. Innovation und Veränderung zur Bewältigung gesellschaftlicher Anpassungsprozesse sind für uns die Themen der Kulturarbeit von morgen.


Aktuelle Informationen für Projektträger

Die Corona-Pandemie führt in diesen Wochen zu zahlreichen Absagen, Verschiebungen und Unterbrechungen von kulturellen Projekten. Bei Absage einer Veranstaltung wird die NORD/LB Kulturstiftung die erteilte Förderzusage grundsätzlich aufrechterhalten. Bereits angefallene Kosten, etwa durch die Projektvorbereitung, werden bei der Abrechnung als zuwendungsfähig anerkannt.

Bitte informieren Sie uns in jedem Fall über Veränderungen bei Ihren Projekten. Wir sind weitgehend erreichbar und wollen versuchen, gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu finden.

Für Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!

Unsere Stiftung

Die NORD/LB Kulturstiftung, gegründet am 29.11.2012, ist eine Einrichtung der Norddeutschen Landesbank. Finanzielle Basis für die Kulturstiftung war der Erlös aus dem Verkauf der Jeff Koons Skulptur „Tulips“, die im Zuge des Neubaus der NORD/LB 2002 angekauft worden war.

Zweck der NORD/LB Kulturstiftung ist die ideelle und finanzielle Förderung von Kunst und Kultur an Orten, an denen die NORD/LB geschäftlich aktiv ist. Dies gilt auch für die Auslandsstandorte der NORD/LB. Der Stiftungszweck wird insbesondere durch die Förderung kultureller Einrichtungen und kultureller Projekte sowie den Erwerb oder die Sicherung wertvoller Kulturgüter, durch kulturelle Eigenveranstaltungen der Stiftung, den Aufbau einer eigenen Sammlung, Vergabe von Stipendien und Kulturpreisen sowie Forschung und Lehre im kulturellen Bereich verwirklicht.

Um den aktuellen kulturellen Anpassungs- und Veränderungsprozessen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen, wird die NORD/LB Kulturstiftung bevorzugt form- und themenübergreifende Projekte aufgreifen, die Kultur für ausgewählte Zielgruppen aktiv fördern, für neue Zielgruppen erschließen sowie für junge Menschen öffnen und vermitteln. Ein weiteres Merkmal solcher Projekte liegt darin, dass sie Kultur im Kontext gesellschaftlicher Dynamisierungsprozesse sehen.

Förderleitlinien

Anspruch der NORD/LB Kulturstiftung

Die Rolle der Kultur in der Gesellschaft verändert sich Schritt für Schritt. Kulturarbeit der Zukunft bedeutet immer mehr die Vermittlung von Wissen und neuen Erfahrungen und wird zunehmend ein Phänomen immer breiterer Gesellschaftsschichten. Kultur soll Gelegenheiten der Begegnung und neue Formen des Zusammenseins schaffen sowie die Mitwirkung bei der Gestaltung und die Einbringung eigener Beiträge anregen.

Die NORD/LB Kulturstiftung sieht die besondere Bedeutung von Kunst und Kultur in Themen, die nicht im Fokus des konventionellen Kulturbetriebs stehen. Innovation und Veränderung zur Bewältigung gesellschaftlicher Anpassungsprozesse sind für uns die Themen der Kulturarbeit von morgen.

In Braunschweig und im alten Braunschweiger Land erfolgt schon heute eine umfangreiche Förderung über den Förderausschuss der Braunschweigischen Landessparkasse sowie durch die Braunschweigische Stiftung.


Was fördern wir?

Die NORD/LB Kulturstiftung fördert vor allem innovative und unkonventionelle Projekte in den Bereichen Bildende und Darstellende Kunst, Musik und Literatur mit hohem Qualitätsanspruch, aber mit gezielter Wirkung in möglichst breite gesellschaftliche Schichten. Dies sind für uns die relevanten Themen der Kulturarbeit und -förderung von morgen.

Wir fördern

  • Schwerpunktmäßig Gegenwartskunst ab 1945 in Ausstellungen, Museen, Kunstvereinen und nichtkommerziellen Ausstellungsräumen
  • Kataloge im Zusammenhang mit geförderten Ausstellungen
  • Ankauf von Kunstsammlungen und künstlerischen Nachlässen für Museen und Museumsarchive
  • Kunstprojekte an Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen

Wir fördern

  • Schwerpunktmäßig zeitgenössische Musik, insbesondere neue Kompositionen in Verbindung mit Konzerten und Musikfestivals
  • Klassische Musik in Verbindung mit Konzerten und Musikfestivals
  • Musikpädagogische Projekte an Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen

Wir fördern

  • Projekte an öffentlichen Bühnen und freien Theatern mit Schwerpunkt Neuinszenierungen, experimentelles Theater, insbesondere in Verbindung mit gesellschaftsbezogener Kulturvermittlung
  • Inszenierungen für Tanztheater und Ballett
  • Theaterprojekte an Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen

Wir fördern

  • Projekte in öffentlichen Bibliotheken und Archiven im Zusammenhang mit Kulturarbeit an Schulen
  • Ankäufe von bibliophilen Sammlungen und Nachlässen für öffentliche Bibliotheken
  • Lesungen im Rahmen von Veranstaltungen und Projekten
  • Lese- und Sprachförderungsprojekte an Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen

Fördern wir

  • Nichtkommerzielle Tagungen und Symposien im Zusammenhang mit kulturellen Aspekten in Bezug auf die vorgenannten Themenschwerpunkte
  • Forschung und Lehre im Zusammenhang mit Bildender und Darstellender Kunst, Musik und Literatur
  • In begrenzten Ausnahmefällen Projekte in Landeseinrichtungen
  • In begrenzten Ausnahmefällen Partnerschaften mit Museen, Vereinen und Theatern

Was fördern wir nicht?

Förderungen werden grundsätzlich nur an kulturelle Einrichtungen und Organisationen auf Basis eines Projektes geleistet. Somit können Einzelpersonen (z.B. Künstler, Autoren) nur im Rahmen einer Projektförderung unterstützt werden. Von der Förderung ausgeschlossen sind:

· Begonnene oder bereits durchgeführte Projekte sowie Ausfallfinanzierungen
· Film- oder Fernsehproduktionen sowie Video-, DVD- und CD-Produktionen
· Druckkostenzuschüsse für Publikationen (außer im Rahmen geförderter Projekte)
· Baumaßnahmen, Ausstattung und Personalkosten
· Projekte von Hobbykünstlern, Hobbyautoren, Hobbymusikern
· Kunsthandwerk, Brauchtum, Heimat- und Denkmalpflege
· Religiöse Veranstaltungen, wie z.B. Gottesdienste, sakrale Ausstellungen
· Zustiftungen an andere Stiftungen, Förderpreise Dritter sowie Dauerförderungen


Wie fördern wir?

Als Projekt gilt die Produktion, Planung und/oder Durchführung einzelner Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen. Förderanträge werden formlos auf dem Postweg an die Kulturstiftung gerichtet. Der Antrag sollte eine kurze Darstellung des Projektes mit detailliertem Finanzierungsplan enthalten. Ausführliche Erläuterungen und Materialien (z.B. zusätzliche Texte, Abbildungen, Bild- und Tonmedien), mit denen sich Charakter und Bedeutung des Projektes aussagekräftig und übersichtlich nachvollziehen lassen, erleichtern eine Bewertung.

Förderanträge werden in den Gremiensitzungen zur Entscheidung vorgelegt und müssen spätestens sechs Wochen vor dem Sitzungstermin eingereicht werden. Termine der Sitzungen sowie der Antragsfristen sind auf der Website der Kulturstiftung zu finden. Förderanträge können nur vorgelegt werden, wenn die Finanzierung des Projekts einen gesicherten Anteil an Eigen- und/oder Drittmitteln in Höhe von mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten des Projekts aufweist. Zusagen oder Absagen werden dem Antragsteller nach den Sitzungen ohne Angabe von Gründen schriftlich mitgeteilt.

Die eingesandten Förderanträge werden archiviert. Im Falle einer Absage erhalten Antragsteller zusätzlich eingereichte Materialien nur zurückgesandt, soweit dies keinen außerordentlichen Aufwand verursacht. Ein Verwendungsnachweis ist innerhalb von sechs Monaten nach Projektende einzureichen.

Klangkunstfestival in der Region Hannover

An 12 verschiedenen Orten in Hannover und der Region

13. Juni 2021 – 18. Juli 2021

12 Orte, 12 Installationen, über 30 Veranstaltungen – vom 13. Juni bis zum 18. Juli bringt die „IntraRegionale 2021“ die Region Hannover zum Klingen. Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Österreich und Großbritannien entwerfen akustische Werke für ungewöhnliche Schauplätze – vom Parkhaus über einen Wertstoffhof bis hin zur Wunderkammer. Ein umfangreiches Begleitprogramm macht Lust aufs Hin- und Zuhören, aufs Erleben und Ausprobieren. Kuratiert wurde die Ausstellung von einem Verbund von zehn Kunstvereinen und einer städtischen Galerie, der nach 2016 nun zum zweiten Mal die „IntraRegionale“ in der Region Hannover organisiert. Das Programm aus Konzerten, Vorträgen, Klang-Workshops und Touren hat die Hörregion Hannover in Kooperation mit der „IntraRegionale 2021“ und vielen weiteren Partnerinnen und Partnern entwickelt. Komplettiert wird das Klangkunstfestival von Studierenden der Hochschule Hannover. Die „IntraRegionale 2021“ – das ist eine Einladung, vertraute und geheime Orte mit Ohren zu entdecken, den akustischen Sinn zu schärfen und einen Monat lang Klangkunst zu genießen. Ohren auf!

IntraRegionale 2021

Janko Woltersmann

FREISPIEL #9

13. Juni 2021 – 04. Juli 2021

Über mehrere Jahre hinweg hat der Fotograf Janko Woltersmann Uwe Reinert, Hundertschaftführer der Polizei, mit seiner Kamera begleitet. Die eindringlichen schwarz-weiß Fotografien zeigen einerseits das Arbeitsfeld der Bereitschaftspolizei, Konzerte, Fußballspiele, Demonstrationen etc., und beschäftigen sich andererseits mit ihrer gesellschaftlichen Bedeutung, besonders in Bezug auf den Kontakt mit den Menschen. Die Langzeitreportage, das erste Bild entstand 2009, verbindet künstlerische Qualität und gesellschaftliche Relevanz auf beeindruckende Weise.

Städtische Galerie KUBUS Janko Woltersmann Photographer

VORDER-MITTEL-HINTERGRUND

Hartwig Ebersbach – Stefan Guggisberg – Neo Rauch

02. Juni 2021 – 20. März 2022

In der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben wird in diesem Jahr die 10. Jahresausstellung mit dem Titel: VORDER – MITTEL – HINTERGRUND – Hartwig Ebersbach – Stefan Guggisberg – Neo Rauch eröffnet. Alle drei Künstler leben und arbeiten in Leipzig, wo sich ihre Wege an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) erstmals kreuzten. Hartwig Ebersbach, geboren 1940 in Zwickau, studierte von 1959 bis 1964 Malerei bei Bernhard Heisig an der HGB. Ebersbach war Kommilitone von Rauchs Vater Hanno Rauch und Lehrer zu Zeiten von Neo Rauchs Studium an der HGB. Das Werk Hartwig Ebersbachs ist gekennzeichnet durch seine expressiven, mehr abstrakten und unglaublich starken gestalteten Bilder.

Neo Rauch, geboren 1960 in Leipzig, war von 1981 bis 1986 Student an der HGB bei Arno Rink, später Meisterschüler bei Bernhard Heisig und schließlich Lehrer und Professor von 2005 bis 2014 in Leipzig. Stefan Guggisberg, geboren 1980 in Thun, war von 2005 bis 2009 an der HGB, u.a. in der Klasse von Neo Rauch, bei dem er auch sein Meisterschülerstudium fortsetzte. Stefan Guggisberg hat sich dem Material Papier als Bildträger verschrieben, von dessen Farbschichten er eine Vielzahl unterschiedlicher Formen und Strukturen durch feingliedrige Prozeduren des Wegnehmens von Farben ans Licht bringt.

In den ausgestellten Werken wird das Gemeinsame ihrer Fertigkeiten und der klassischen Lehre ebenso deutlich zu sehen sein wie die Unterschiede in künstlerischer Sprache. Dieser spannende Bogen, der das breite Repertoire von Form und Farbe, Themen und Materialwahl zu Tage befördert, macht diese Ausstellung so besonders.

Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben

The things I tell you will not be wrong

Biennale für Fotografie & Medienkunst

17. Juli 2020 – 18. Juli 2021

Dieses ist das dritte Ausstellungsprojekt von Scope Hannover – Biennale für Fotografie und Medienkunst. In Zeiten von Lockdowns und eingeschränkter zwischenmenschlicher Interaktion überprüft die Biennale die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Kunstproduktion. Das Projekt ist ein Experiment mit offenem Ausgang.

Das Projekt ist zweigeteilt: Von Juli 2020 bis Juni 2021 werden neun Künstler*innen nacheinander eingeladen, auf einer neu eingerichteten Website eine Online-Ausstellung zu realisieren. Die Ausstellung wird von einem Live-Programm begleitet, das größtenteils online stattfindet. Im Juni 2021 werden diese und noch weitere Künstler*innen zu einer physischen Gruppenausstellung an verschiedenen Orten in Hannover eingeladen. Hier werden physische und digitale Kunstproduktion gegenübergestellt und einer Überprüfung unterzogen.

Gezeigt werden Arbeiten von Künstler*innen mit einer dezidiert bildkritischen Herangehensweise. Das Ausstellungsprojekt fragt nach der Art und Weise wie Bilder sprechen, Wirklichkeiten vermitteln und selbst erschaffen. Die unterschiedlichen Kontexte – der unkontrollierbare Raum des Internets und die total lokale Ausstellung in Hannover – erzeugen eine Spannung, die das Experiment in neue Dimensionen transportiert.

  • Pixy Liao (16. Juli – 26. August 2020)
  • Daniel Poller (27. August – 7. Oktober 2020)
  • Ida Kammerloch (8. Oktober – 18. November 2020)
  • Sophie Gabrielle (19. November 2020 – 6. Januar 2021)
  • Nadja Buttendorf & Sabrina Labis (7. Januar – 17. Februar 2021)
  • Daniela Comani (18. Februar – 31. März 2021)
  • Timo Hinze (1. April – 12. Mai 2021)
  • Anastasia Mityukova (13. Mai – 24. Juni 2021)

Scope Hannover

LAVAGEM

Festival Theaterformen in Hannover

08. Juli 2021 – 18. Juli 2021

Das Festival Theaterformen ist eines der größten Festivals für internationales Theater in Deutschland. Veranstaltet von den Staatstheatern Hannover und Braunschweig, wird es finanziert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, durch die seit 2007 jährlich wechselnden Gastgeberstädte Braunschweig und Hannover sowie die Stiftung Niedersachsen und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

1990 in Braunschweig gegründet, bildet das Festival die Vielfalt zeitgenössischer Theaterformen ab: Klassikerinszenierungen, neue Dramatik, experimentelle Formate, Performances, szenische Installationen und Projekte, die den Bühnenraum verlassen und den städtischen Raum einbeziehen, gehören zum elftägigen Programm am Ende der Staatstheater-Spielzeiten.

Die Stücke verhandeln oft soziale Themen und entstehen in der Regel nicht in Deutschland, sondern in unterschiedlichen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten. Die künstlerische Leiterin lädt jedes Jahr Stücke und Künstler*innen nach Niedersachsen ein. Die NORD/LB Kulturstiftung fördert in diesem Jahr das Stück „LAVAGEM“ der Regisseurin Alice Ripoll aus Rio de Janeiro.

Schaum färbt die Körper, Träume aus Seifenblasen fliegen umher. „Lavagem“ wendet das Waschen ins Metaphorische, den Akt des Reinigens in eine performative und politische Geste. Es ist die neueste Arbeit der brasilianischen Choreografin Alice Ripoll und der Kompanie REC, die soziale Hierarchien und etablierte Beziehungen untersucht - und zu kippen versucht. Denn wenn die Körper glitschig sind, den Halt verlieren und einander nicht fassen können, schaffen sie es vielleicht, die ausbeuterischen kapitalistischen Verhältnisse und rassistischen Zuschreibungen fern zu halten. Und es entsteht etwas Neues: ein Rutschen, Schweben und Gleiten, das die Beziehung von Schauenden und Angeschauten ins Wanken bringt.

Alice Ripoll ist Choreografin, Performerin und Bewegungstrainerin. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Rio de Janeiro am Angel Vianna College, einem Zentrum für Tanz und motorische Rehabilitation, und begann 2002 als Choreografin zu arbeiten. Ihr Interesse gilt zeitgenössischem Tanz, Theater, Performance und brasilianischem Urban Dance. 2009 übernahm sie die Leitung der Kompanie Cia REC.

VergrößernLavagem

Alice Ripoll
Cia REC
Rio de Janeiro





VergrößernLavagem

Alice Ripoll
Cia REC
Rio de Janeiro





VergrößernLavagem

Alice Ripoll
Cia REC
Rio de Janeiro




Festival Theaterformen in Hannover

Peter Piller und Richard Prince

Weserburg Museum für moderne Kunst

19. Juni 2021 – 31. Oktober 2021

Amerikanische Mythen und deutsche Lebenswirklichkeit, unterschiedliche Generationen, verschiedene Welten – mit Richard Prince (*1949) und Peter Piller (*1968) begegnen sich in der Weserburg Museum für moderne Kunst zwei höchst eigenwillige künstlerische Werke, die das Leben und Denken in und mit Bildern beispielhaft vorführen.

Cowboys, Rocker und ihre Girlfriends, Bilder voll machohafter Erotik, chauvinistischer Cartoons und klischeehafter Autos auf der einen Seite. Bauerwartungsflächen, unangenehme Nachbarn, flüchtende Vögel und Bürozeichnungen auf der anderen. Große Schauwerte treffen auf skurrile Alltagsbilder. Die Bildwelten von Piller und Prince könnten formal wie inhaltlich kaum unterschiedlicher sein.

Neben diesen offensichtlichen, radikalen Unterschieden sind es die überraschenden Ähnlichkeiten und vergleichbaren künstlerischen Strategien, die eine Begegnung von Piller und Prince reizvoll machen. So nutzen beide Künstler vorgefundene mediale Bilder, etwa Presse- oder Werbebilder, die sie sich aneignen und in Kunst verwandeln. Prince seit den 1970er Jahren, Piller etwa zwanzig Jahre später. Fragen nach Authentizität und Originalität werden hier ebenso verhandelt wie der Einfluss von Bildern auf unsere Vorstellung von Wirklichkeit. Sehnsüchte, Fantasien, aber auch die Untiefen moderner Gesellschaften werden dabei freigelegt – mit schonungsloser Härte und analytischem Feinsinn gleichermaßen.

Peter Piller schätzt die „Vorzüge der Absichtslosigkeit“. So stellt er in seinen Archiven amateurhafte Pressebilder unspektakulärer Begebenheiten mit regionaler Bedeutung zusammen. Er zeigt Luftbildaufnahmen deutscher Siedlungen oder gestaltet die Umschläge der DDR-Militärzeitschrift Armeerundschau um. Es sind Dokumente einer kleinbürgerlichen Gesellschaft, die, mit Pillers Augen betrachtet, groteske Züge offenbaren. Zuletzt hat er sich schwarzweißen Bilddokumenten von Höhlenzeichnungen zugewandt, den ältesten Spuren menschlicher Zivilisation.

Richard Prince schafft dagegen verführerische Sinnbilder Amerikas. Auch er arbeitet bevorzugt seriell. Seine abfotografierten Marlboro-Cowboys, seine Playmates oder Autos erscheinen gleichwohl als auratische Einzelbilder mit visueller Wucht. Hier wird dem „amerikanischen Traum“ von individueller Freiheit noch gehuldigt, hier prallen Frauenbilder und Männerfantasien aufeinander. Viele seiner Werke wirken auf den ersten Blick verstörend. Sie sind plakativ, direkt und in gewisser Weise schnell zu erfassen. Zugleich zeichnet sie eine intellektuelle Schärfe und doppelbödige Vielschichtigkeit aus, die sich erst nach und nach erschließt.

Weserburg Museum für moderne Kunst

Produktionspreis der NORD/LB Kulturstiftung

Jahr 2020

Die NORD/LB Kulturstiftung hat im letzten Jahr erstmalig einen Produktionspreis für künstlerische, selbstorganisierte Projekträume in Hannover in Höhe von 10.000 Euro vergeben. Preisträger 2019 war die Galerie BOHAI e.V.

Die NORD/LB Kulturstiftung zeichnet Kunstorte aus, die den Bereich der Bildenden Kunst durch experimentelle und besondere Programme bereichern und sich vorher erfolgreich bei der Projektraumförderung der Stadt Hannover beworben haben. Mit dem Preis wird die Arbeit der Betreiber der Projekträume durch die Kulturstiftung gewürdigt und es soll ihnen damit ermöglicht werden, dass für ein Jahr geplante Programm zu realisieren und nach außen hin sichtbar werden zu lassen.

Die Landeshauptstadt Hannover verbessert mit ihrer Atelier- und Projektraumförderung die Rahmenbedingungen für bildende Künstler und stärkt den Kunststandort Hannover. Die NORD/LB Kulturstiftung unterstützt diese Maßnahme und erweitert sie um eine inhaltliche Komponente, in dem sie das Jahresprogramm eines Projektraumes fördert.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben in besonderem Maße den Kulturbetrieb und dessen Akteure getroffen. Darum hat der Vorstand der NORD/LB Kulturstiftung in Absprache mit dem Kulturbüro der Stadt Hannover beschlossen, den Produktionspreis in Höhe von 10.000 Euro in diesem Jahr zu gleichen Teilen unter drei Projekträumen der Stadt aufzuteilen.

Preisträger im Jahr 2020 des Produktionspreises der NORD/LB Kulturstiftung sind:

Konnektor – Forum für Künste e.V. ad/ad – Project Space Turba Gallery

Förderantrag

Förderantrag

Sie möchten einen Antrag auf Förderung bei der NORD/LB Kulturstiftung stellen?

  • Antragsteller: Name, Organisation, Verein, Telefon, Mailadresse
  • Titel, Ort der Durchführung und Art des Projektes (Ausstellung, Konzert etc.)
  • Konzeptionelle Darstellung (ggf. mit ausführlicher Anlage, Bildmaterial etc.)
  • Datum, Dauer und geplanter Zeitrahmen des Projektes
  • Zielgruppe(n) Mitwirkende / Zielgruppe(n) Besucher
  • Einen ausführlichen Kosten-/Finanzierungsplan inkl. Nennung der Kooperationspartner
  • Beantragte Förderung in Euro
  • Kontoverbindung und Hinweis auf Vorsteuerabzugsberechtigung des Antragsstellers

Der Antrag erfolgt formlos – per Brief oder E-Mail – und wird dem Vorstand zur Bewilligung vorgelegt. Unsere Vorstandssitzungen finden zweimal im Jahr statt. Bitte reichen Sie Ihren Förderantrag bis spätestens sechs Wochen vor der jeweiligen Sitzung ein.

Die nächsten Termine sind:

  • 15. April 2021 (Abgabefrist 10. März 2021)
  • 11. November 2021 (Abgabefrist 30. September 2021)

Kontakt

Anke Blome

Geschäftsführung

NORD/LB Kulturstiftung
Friedrichswall 10
30159 Hannover

Fon: +49 (0) 511 361-6466
Fax: +49 (0) 511 361-9794

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